Regeln, Ambitionen, Geld: So geht es in Bonn

Regeln, Ambitionen, Geld: So geht es in Bonn

UN-Klimakonferenz

Ein weiteres Fortkommen bei der Ausarbeitung eines Regelwerks zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens sei die Hauptaufgabe der UN-Klimakonferenz in Bonn, so die Exekutivsekretärin des Sekretariats des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC) Patricia Espinosa. Die Konferenz in Bonn läuft vom 30. April bis zum 10. Mai. Quelle: below2.ru

UN-Klimakonferenz in Bonn, April-Mai 2018
UN-Klimakonferenz in Bonn, April-Mai 2018

Ein weiteres Fortkommen bei der Ausarbeitung eines Regelwerks zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens sei die Hauptaufgabe der UN-Klimakonferenz in Bonn, so die Exekutivsekretärin des Sekretariats des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC) Patricia Espinosa.  Die Konferenz in Bonn lief vom 30. April bis zum 10. Mai 2018.

Laut jeder vertrauensvollen wissenschaftlichen Quelle würden die Konsequenzen der Klimaänderungen immer ernsthafter werden, wenn wir keine entschlossenen Maßnahmen treffen; auch würde sich das Zeitfenster für solche Maßnahmen bald schließen, sagte Espinosa zu Beginn der Klimakonferenz in Bonn.

Die Notwendigkeit, die Verpflichtungen der Länder zur Emissionsminderung auszubauen, wird bei weitem nicht zum ersten Mal angesprochen. Erfreulicherweise lassen sie nicht alle an sich vorbeiziehen: Ende April brachten etliche EU-Länder eine Initiative vor, die Positionen des ganzen europäischen Blocks zu den Treibhausgasemissionen neu zu überdenken. Die EU-Ziele von heute setzen eine Emissionsminderung um 40 Prozent bis 2030 und um 80 Prozent bis 2050 voraus. 2016 waren die Gesamtemissionen der EU schon um 23 Prozent niedriger als 1990.

Deutschland, Frankreich, Niederlande, Schweden, Finnland, Portugal und Luxemburg plädieren für ambitionsvolle Ziele und einen schnelleren Übergang zur „grünen Wirtschaft“. Der gemeinsame Fortschritt hängt aber davon ab, zu welchem Zusammenarbeitsniveau die anderen EU-Mitglieder bereit wären. Darunter ist z. B. das äußerst von der Kohle abhängige Polen, wo der stellvertretende Energieminister Michal Kurtyka vor kurzem zum Verantwortlichen für die nächste Weltklimakonferenz in Kattowitz ernannt wurde. Etliche Beobachter merken an, dass noch nie ein Beamter eines so niedrigen Ranges, mit so einer wichtigen UN-Konferenz beauftragt wurde.

Während der Eröffnung der Konferenz in Bonn nannte Espinosa drei vorrangige Ziele:

  • Zum Jahr 2020 sollen Regierungen, Nichtregierungsorganisationen, Unternehmer, Investoren und Bürger in ihre Umweltschutztätigkeit intensivieren;
  • Die internationale Gemeinschaft soll ein Regelbuch zur Umsetzung des Pariser Abkommens und der Realisierung seines Potentials ausarbeiten;
  • Es sollen Voraussetzungen geschaffen werden, damit die Länder ambitionsvollere Ziele in den nationalen Plänen zur Verlangsamung der Erderwärmung setzten könnten.

Bei der Konferenz im vorigen November haben sich die Länder darauf geeignet, dass das Regelbuch für das Pariser Abkommen im polnischen Kattowitz verabschiedet werden soll, wo die nächste UN-Klimakonferenz im Dezember 2018 stattfinden wird. Darüber hinaus werden die Länder dieses Jahr auch bestimmen, welche Handlungen möglich wären, bevor das Pariser Abkommen 2020 in Kraft tritt. Laut der Publikation auf der UN-Webseite von gestern seien alle an der Konferenz teilnehmenden Länder darüber einig, dass es wichtig ist, schon jetzt zu agieren und nicht auf das Inkrafttreten des Abkommens zu warten.

Etliche Teilnehmer zeigten sich davon überzeugt, dass das Regelbuch in Kattowitz bestimmt verabschiedet werden wird, ohne jegliche Verzögerungen. Sollte der Fortschritt in Bonn unzureichend sein, würde eine weitere Konferenz im September in Bangkok stattfinden.

Wie bei jeder anderen Konferenz wurde in Bonn traditionell auch über Geld gesprochen. Wenn es früher für gewöhnlich um den Klimafonds von 100 Mrd. Dollar jährlich ging, den die reichen Länder für die armen zu schaffen versprochen haben, wurden jetzt auch Beiträge an das Sekretariat angesprochen. Gestern sagte Patricia Espinosa, dass bei weitem nicht alle Länder ihre Beiträge überwiesen hatten, was „ein ernsthaftes Problem für das Sekretariat bereitet“. Der Schuldbetrag war Ende 2017 ca. 5,7 Mio. Euro. Kurz vor dem Beginn der Konferenz in Bonn sagte der amerikanische Milliardär Michael Bloomberg, dass er dem Sekretariat $4,5 Mio. spenden wird. Im März verabschiedete der US-Kongress den Haushalt, in dem die Auszahlungen an das UNFCCC-Sekretariat von $7,5 Mio. auf $3 Mio. gekürzt wurde. Bloomberg, der UN-Sondergesandte für Klimaschutz, beschloss den Unterschied aus der eigenen Tasche zu zahlen.

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