Barents Öko-Art Akademie am Seeufer der Imandra

Mit 40 Teilnehmern aus 9 russischen Städten fanden vom 24. Februar bis zum 1. März am Seeufer der Imandra in Apatity im Rahmen der Winter Barents Öko-Art Akademie eine Woche lang Seminare, kreative Workshops und Projekte von führenden Experten zum Thema zwischen Kunst und Ökologie statt. Diese wurden von „Natur und Jugend“, „KÖZ“, sowie mit Unterstützung der Heinrich Böll Stiftung und der Onlinezeitschrift „7x7. Horizontales Russland“ organisiert.

Kunst und Ökologie – zwei  zum Nachdenken anregende und auf den ersten Blick kaum verbindbare Tätigkeitsbereiche, mit eigenen Zielen und Aufgaben. Was passiert aber, wenn man sie vereint?

 „Im November des letzten Jahres habe ich an der kreativen Werkstatt 'Das Treibhaus der sozialen Technologien' in Warschau teilgenommen und gewann einen Preis. Zusammen mit dem Künstler Vasilij Melnitschenko aus Omsk habe ich ein Projekt entwickelt - eine aufklärende Plattform, ein Museum der recycelbare Ressourcen- mit dem Ziel das Ökobewusstsein, wie der Umgang mit Abfällen, in den Menschen zu wecken. Wir wollten zeigen, dass der Müll wie wertvoller Rohstoff behandelt werden sollte und den Zuhörern beibringen, wie man den Müll zuhause richtig sortiert. Ich war für die ökologische Komponente zuständig, der Künstler entwickelte die zeichnerische. Wir haben eine wirklich coole und zum Nachdenken anregende Installation „Schmerz der Erde“ entwickelt, die bald in Murmansk vorgestellt wird. Die Erfahrungen, die wir während der Entwicklung des Projekts zwischen Kunst und ökologischem Aktivismus gemacht hatten, sind kolossal geworden und ich überlegte eine ähnliche Veranstaltung in Murmansk durchzuführen“, sagt Najlja Ibragimova, Vorsitzende der „Natur und Jugend“ - eine der Organisatoren und die Ideengeberin der Akademie.

Ein unerwartetes und für Russland relativ neues Format der Veranstaltung erhielt überraschender Wiese viele Rückmeldungen – mehr als 70 aktive und interessierte Menschen aus 9 russischen Städten haben sich für das Projekt beworben. Insgesamt wurden 35 Teilnehmer eingeladen – Künstler und Ökologen aus Murmansk, Apatiten, Montschegorsk, Archangelsk, Syktyvkar, Petrozavodsk, Sankt-Petersburg, Perm und Jekaterinburg.

Die Barents Öko-Art Akademie besteht aus einem ökologischen und künstlerischen Block. Im Rahmen des ökologischen Blocks haben die Teilnehmer die Grundlagen des Naturschutzes kennengelernt: Atom (radioaktive Sicherheit, atomfreie Entwicklung und Existenz, Entwicklung der regenerativen Energiequellen), Klimawechsel (Lösung der Klimakrise und Klimaverhandlungen), gesellschaftliche Ökokontrolle (die Teilnahme der Gesellschaft an dem Prozess der bedeutsamen Ökoentscheidungen und Selbstorganisation in Städten), und die Arbeit in Schutzgebieten und bei industriellen Verschmutzungen. Als Experten waren Vertreter  ökologischer und gesellschaftlicher Organisationen, wie „Russischer sozial-ökologischer Verein“, internationale Klimabewegung 350.org, WWF, „Bellona“, KÖZ, „Komi-Ökologen“ und andere vertreten.

Außerdem wurde den Teilnehmern ein künstlerischer Block präsentiert, in dem die Künstler aus Perm, Jekaterinburg und Syktyvkar die Methoden der Visualisierung und des kreativen Designs (Straßenkunst, Installationen, Performance, Fotografie, Video) vorstellten, die ökologischen Problemen oder konkreten Projekten mehr Aufmerksamkeit in großen Menschenmengen einbringen sollen.