Wie die Corona-Pandemie sich auf die Frauen in Russland ausgewirkt hat

COVID-19

Die Corona-Pandemie hat nicht nur die Systemprobleme der Gesundheitsfürsorge, sondern auch das Problem der Geschlechterungleichheit veranschaulicht. Krankheitsausbruch und Quarantäne haben die Position der Frauen weltweit betroffen. Die Situation der Frauenrechte ist akut, auch in Russland.

Eine junge Frau ist deutlich sichtbar im Vordergrund, ein Mann mit einem "Coronavirus"-Schild steht im roten Hintergrund
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Die Corona-Pandemie und Quarantäne haben die Position der Frauen weltweit betroffen

Höhere Arbeitslosigkeit und unbezahlte Arbeit

Laut den neuesten Informationen gibt es mehr als 7 Millionen COVID-19 Infizierte weltweit, und die Anzahl der daran Gestorbenen hat schon mehr als 400,000 Menschen erreicht. Die Pandemie hat auch wirtschaftliche Verluste zur Folge: nach Einschätzungen beträgt der Schaden 8,8 Trillion Dollar, und 1,6 Milliarden Menschen werden ihren Lebensunterhalt verlieren.

Fast eine Hälfte der berufstätigen Russen/innen könnten ihre Arbeit oder Teile ihres Einkommens verlieren, sagen die Experte aus dem Institut der Sozialanalyse und der Prognose von der russischen Akademie für Volkswirtschaft und Öffentlichendienst beim Präsidenten der Russischen Föderation — das betrifft rund 35 Millionen Menschen. Zu besonders schutzbedürftigen Gruppen gehören Selbstständige, Angestellte der stark von der Corona-Krise betroffenen Wirtschaftsbereiche (Handel, Gaststättengewerbe, Sport, Tourismus, Entertainment), prekär Beschäftigten mit dem Schwarzlohn, oder Beschäftigte mit einem Lohn unter dem Existenzminimum. Die Krise trifft Frauen härter, denn laut dem russischen Statistikamt Rosstat sind die Frauen in diesen Fachbereichen in der Überzahl.

Dahinter steckt aber auch eine größere Gefahr: schon vor der Krise haben Frauen 30 Prozent weniger als Männer verdient. Außerdem opfern Frauen häufiger ihre Karriere für die Familie. Wenn sie jetzt ihren Job verlieren, besteht das Risiko, nie wieder das Einkommensniveau von vor der Krise zu erreichen. Zumindest war es so nach den anderen Epidemien. Die Forscher/innen, die sich mit den Folgen von den Ebola und Zika Epidemien, Ausbrüchen von SARS, aviärer Influenza und Schweinegrippe beschäftigen konstatieren, diese Epidemien hätten einen Einfluss auf den Lebensstandard ausgeübt. Obwohl das Einkommen von Männern nach einiger Zeit wieder auf Vorkrisen-Niveau angekommen ist, blieb das der Frauen gleich.

Die Verdienstlücke in Russland kann teilweise dadurch erklärt werden, dass einige hoch bezahlte "Männerberufe" für Frauen gesperrt sind. Die Liste der für Frauen verbotenen Berufe wirkt sich besonders negativ auf die Einwohnerinnen von Monostädten aus, die wegen dem Verbot in keinem stadtbildenden Unternehmen arbeiten dürfen — das kann besonders gravierend in der Zeit des Lockdowns sein, wenn andere Verdienstmöglichkeiten eingeschränkt sind.

Die alleinerziehenden Mütter sind eine andere Risikogruppe. Etwa 5 Millionen Frauen in Russland erziehen Kinder komplett selbstständig und ohne Unterstützung (Unterhaltsschulden betragen mehr als 150 Milliarden Rubel). Das ist fast ein Drittel von allen Familien in Russland. 27 Prozent davon leben unter der Armutsgrenze. Außerdem sind sie besonders kreditbelastet. Wenn diese Frauen jetzt ihren Job verlieren, werden sie keine Möglichkeit haben, ihre Familie zu unterstützen. Vom Staat dürfen sie entweder eine einmalige Finanzhilfe in Höhe von 10,000 Rubel für ein Kind unter 16 Jahren, oder einen monatlichen Zuschuss bekommen, der aber nur eine Hälfte von der oben genannten Summe beträgt und nicht leicht zu bekommen ist.

Während der Krise erledigen Frauen noch mehr unbezahlte Arbeit — so genannte "zweite Schichten", wenn Frauen von der Arbeit kommend, verrichten die meisten noch die Hausarbeit. Frauen verbringen 23 Arbeitsjahre beim Kochen, Reinigen, Waschen, Lösen kleiner Haushaltsprobleme, auch bei der Einkaufsplanung, Kinder- und Seniorenbetreuung — die große Mehrheit der Männer müssen sich nicht damit beschäftigen. Zum Beispiel üben nur 2-2,5 Prozent der russischen Männer ihr Recht auf Elternzeit aus. Ähnlicher ist es bei Krankheit der Kinder. Frauen melden sich aufgrund dessen doppelt so oft krank wie Männer, so das russische Statistikamt Rosstat. Diese Belastung ist jetzt nur gestiegen, weil viele Schulen, Kindergärten, Hospize und andere Servicegesellschaften in der Zeit der Pandemie nicht funktionieren.

Ein anderes Risiko betrifft die sexuelle Ausbeutung von Frauen. Laut der Forschungen, war eine der Folgen der Ebola-Epdemie ein Anstieg der Kinderprostitution. Das ist damit verbunden, dass die Sexindustrie nicht nur physischen Zwang und Betrug benutzt — sie macht auch Gebrauch von der Situation der notgedrungenen Schulden. Russische Aktivistinnen berichten schon über die steigende Aktivität auf Webcam-Plattformen, die Frauen "das leichte Geld" versprechen. Die Aktivistinnen betonen, dass solche Tätigkeit oft sexuelle Ausbeutung voraussetzt.

Die Einkommensschere kann auch an anderen, weniger augenfälligen Beispielen bemerkt werden. Laut dem Gender Equality Index haben Frauen und Männer einen verschiedenen Zugang zu privaten Verkehrsmitteln: Männer benutzen öfter ein privates Auto und Frauen den öffentlichen Verkehr. Das gefährdet Frauen: die Nutzung des öffentlichen Verkehrs versechsfacht das Risiko, sich mit einer gewöhnlichen Grippe zu infizieren.

Laut einer anderen Forschung beträgt der Anteil an Frauen in der Business-Class, in der die Sitzplätze isolierter sind, nur 30 Prozent. Unter Piloten/innen, deren Cockpit auch ziemlich gut isoliert ist, gibt es nur 7 Prozent Frauen, während unter Flugbegleiter/innen, die einen engen Kontakt mit Passagieren haben, Frauen die Mehrheit bilden — mit 80 Prozent.

Frauenkrieg

Der Krieg gegen das Corona-Virus wurde schon der erste Krieg genannt, in dem Frauen an vorderster Front kämpfen. Frauen sind wirklich einem höheren Risiko der Infizierung mit dem Corona-Virus ausgesetzt, und das nicht nur in Flugzeugen. Pharmazeut/innen sind unter den ersten, die sich mit dem durch die Luft übertragenen Virus anstecken können. 83 Prozent der Pharmazeut/innen in Russland sind Frauen. Unter den Bedingungen, bei denen es eine erhöhte Nachfrage nach Masken, Plastikhandschuhen, Händedesinfektionsmitteln und Medikamenten gibt, sind die Pharmazeutinnen doppelt belastet: sie müssen in verlängerten Schichten arbeiten und werden manchmal von verbitterten Kunden/innen verfolgt. Viele von ihnen berichten, dass sie selbst mit keiner persönlichen Schutzausrüstung (PSA) versorgt sind.

Der Hauptschlachtfeld sind selbstverständlich Krankenhäuser. Weltweit sind Frauen in der Überzahl in medizinischen Berufen, und Russland ist keine Ausnahme — 71 Prozent der Ärzte und 95 Prozent des medizinischen Fachpersonals sind Frauen. Laut offizieller Statistik sind mindestens 489 medizinische Mitarbeiter/innen an dem Corona-Virus in Russland gestorben, und die Mehrzahl der Gestorbenen bilden, nach Schätzungen von Mediazona, Krankenschwestern.

Einer der Gründe ist, dass sie nicht genug mit PSA versorgt werden, trotzdem müssen sie einen engen Kontakt mit Kranken haben. Aber sogar wenn es genug PSA gibt, sind sie nicht immer effektiv für Frauen: nach der Forschung von Trade Union Congress haben 57 Prozent der Frauen zugegeben, dass nicht passende PSA ihre Arbeit behindern (PSA ist für den durchschnittlichen Männerkörper ausgelegt).

Trotz der Überzahl der Frauen in der Medizin ist die Geschlechterungleichheit auch hier: Frauen nehmen nur 25 Prozent der Führungspositionen ein.

Erreichbarkeit medizinischer und juristischer Hilfe

Eine der gestorbenen medizinischen Mitarbeiter/innen in Tschetschenien war eine schwangere junge Frau. Schwangere sind auch unter den Risikopatienten, weil es für sie schwieriger ist, rechtzeitig medizinische Hilfe während des Lockdowns zu bekommen. Das ist damit verbunden, dass der Zugang zu Schwangerenberatungsstellen und Tageskliniken infolge der Ausbreitung des Corona-Virus eingeschränkt wurde und viele Geburtskliniken in Infektionskrankenhäuser umgewandelt wurden. Zudem dürften nicht alle Behandlungsoptionen gegen das Corona-Virus für Schwangere genutzt werden, sagt das russische Gesundheitsministerium.

Gebärende sind mit Risiken konfrontiert: die Forscher/innen, die sich mit den Folgen von Ebola- und Zika-Epidemien beschäftigen, berichten, dass die Frauen, die gebären mussten, dort ignoriert wurden, weil das Gesundheitssystem nicht genug Ressourcen hatte. Die Folgen waren bitter: in Sierra Leone sind mehr Frauen an Geburtskomplikation gestorben als an Ebola. In einigen russischen Geburtskliniken wurde schon die Anwesenheit von Partner/in bei der Geburt eingeschränkt, und manche Geburtskliniken behandeln Gebärende sogar gar nicht mehr.

Die Frauen, die ungeplant schwanger geworden sind, sind auch in Gefahr. In manche Kliniken war ein Schwangerschaftsabbruch infolge der Pandemie nicht verfügbar. In Moskau haben nur 3 Kliniken von 44 zugestimmt, Abtreibung im Rahmen der Pflichtversicherung auszuführen. Andere haben erklärt, diese Prozedur gelte als nicht dringend und deshalb werde sie nicht erledigt, um Ärzte nicht zu überlasten. In Russland ist die Abtreibung aus eigenem Wunsch nur bis zur zwölften Schwangerschaftswoche erlaubt. So werden viele Frauen einfach nicht genug Zeit haben, um die Schwangerschaft zu beenden, solange das noch rechtmäßig ist. Nach Schätzungen kann das zu Millionen ungewollten Schwangerschaften führen.

Noch eine sozialschwache Gruppe sind Transgender-Personen, die sich einer Geschlechtsangleichung unterzogen haben, oder jetzt unterziehen und deren Bedürfnisse in der Öffentlichkeit selten besprochen werden. Viele von ihnen sind ohne lebenswichtige Medikamente geblieben. Einige seien mit gewalttätigen Verwandten eingesperrt, einige hätten Arbeit verloren, seien in Geldnot und hätten kein Essen, berichten Aktivist/innen von der Initiativgruppe “T-Action”. Nach ihren Informationen wurden viele lang ersehnte Operationen verschoben oder abgesagt. Ein anderes Problem von den Transgender-Personen ist jetzt, dass sie wegen der eingeschränkten Öffnungszeiten von Standesämtern keine neuen Dokumente erhalten können. 

Pandemie der Gewalt

Der Corona-Ausbruch wird auch "die Pandemie häuslicher Gewalt" genannt: weltweit hat die Zahl der Anzeigen wegen Misshandlung zugenommen. In Russland gab es in diesem Zeitraum zweieinhalbmal so viele Fällen der häuslichen Gewalt wie vor der Krise.

Trigger für Gewalt sind durch wirtschaftliche und soziale Instabilität hervorgerufener Stress, vergrößerter Alkoholmissbrauch und verschlechterte wirtschaftliche Lage. Die Atmosphäre der Isolierung spielt auch eine große Rolle, weil sie Verbrechen gegen Partner/in oder Familienmitglieder unsichtbar für andere macht.

Laut UN-Daten werden 137 Frauen jeden Tag weltweit von ihren Verwandten umgebracht. Aktivist/innen berichten, mehr als 500 Frauen wurden von ihren Partnern seit Jahresbeginn in Russland ermordet. Aber es gibt häusliche Gewalt nicht nur in Partnerschaften. Ältere Frauen — Mütter und Großmütter leiden auch unter Misshandlungen von männlichen Verwandten. Bei häuslicher Gewalt an älteren Menschen, liegt der Anteil der Frauen bei 80 Prozent. In dem vorigen Jahr wurden Frauen in Russland mehr als 15,000 Mal misshandelt — und das ist nur die offizielle Statistik. 70 Prozent der Opfer vertrauen der Polizei nicht und deshalb erstatten sie keine Anzeigen. 

Die Situation ist noch komplizierter, weil die Polizei sich mit solchen Fällen ungern beschäftigt — seit dem Jahr 2017 befinden häusliche Misshandlungen sich nicht mehr in dem russischen Strafgesetzbuch und werden mit einer Geldstrafe bestraft, die aus dem Familienbudget bezahlt werden soll.

In der Zeit der Pandemie bestraft die Polizei sogar die Frauen, die Misshandlungen zur Anzeige bringen wollen. Zum Beispiel wurde eine Frau bestraft, die zur Polizei in Uljanowsk gekommen ist, um den Vater ihres Kindes wegen Misshandlung anzuzeigen, weil sie gegen die Regel der „Selbstisolation“ verstoßen hat. In Krasnojarsk haben die Polizeibeamten junge Frauen bestraft, die Vergewaltigungen anzeigen wollten.

Weil Russland die Istanbul-Konvention (Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt) nicht ratifiziert hat, gibt es hier nicht nur keine Schutzanordnungen und keine Protokolle der Hilfe für Opfer, sondern auch kein entwickeltes Netz von Frauenhäusern. Im Land mit vielen Millionen Einwohner/innen gibt es nur eineinhalb Tausend Bettplätze für Opfer von Gewalt — laut der Istanbul-Konvention soll es ein Platz pro tausend Einwohner/innen sein, d.h. tausendfach mehr. Außerdem beträgt die staatliche Förderung nur 0,12 Prozent von allen Geldmitteln, die Frauenhäuser bekommen.

Unzählige existierende Frauenhäuser durften aber laut regionalen Regelungen während der Pandemie nicht geöffnet werden. Erstens gelten sie nicht als lebenswichtige Organisationen in der Zeit der Quarantäne. Zweitens dürfen sie keine Menschen während der Epidemie annehmen — es fehlt an Masken, Handschuhe und es gibt nicht genug separate Zimmer, damit alle Opfer sich isolieren könnten. Und die Arbeit am Gesetzesentwurf zur Prävention häuslicher Gewalt wurde bis zur Beendigung der Pandemie verschoben.

Der fehlende Konsens in Staatsbehörden über häusliche Gewalt betont nur, dass das Problem wirklich existiert. Die Regierungskommission für Verbrechensprävention hat Gouverneure mit der Aufgabe beauftragt, bis Ende Juni zu erforschen, ob es möglich ist, Frauenhäuser für Opfer der Gewalt in einigen Regionen zu öffnen. Vize-Ministerpräsidentin Tatjana Golikowa hat das Innenministerium darauf hingewiesen, dass Anzeigen wegen häuslicher Gewalt besser nachgegangen werden muss. Aber das Innenministerium hat behauptet, dass das nicht nötig ist. Danach haben die Abgeordnete der Staatsduma von der Generalstaatsanwaltschaft gefordert, dass sie die diffamierende Information über die Institution der Ehe prüfen sollen.

Ein anderes Risiko, mit dem Frauen in der Zeit des Lockdowns konfrontiert sind und auf das wenig Acht gegeben wird, ist sexualisierte Gewalt. Kondom-Unternehmen beobachten ein Umsatzwachstum von 30 Prozent in Russland im Vergleich zu den Normwerten vor der Krise, aber sexuelle Nötigung in der Partnerschaft bleibt immer noch ein tabuisiertes Thema in Russland und unter den aktuellen Bedingungen mit Abwesenheit des Zustimmungsgesetzes und der intensiven klerikalen Rhetorik sind keine wesentlichen Änderungen zu erwarten. Die letzte ausführliche Forschung daran wurde vor etwa zwanzig Jahren von den Wissenschaftler/innen aus der Lomonossow-Universität Moskau durchgeführt. Die Forschungsergebnisse zeigen, dass 60 Prozent der Männer und 50 Prozent der Frauen sicher seien, dass Vergewaltigung in der Partnerschaft prinzipiell unmöglich ist. Es wird vermutet, dass latente Vergewaltigungen 90 Prozent von allen Vergewaltigungsfällen ausmachen.

Auf viele Schwierigkeiten stoßen LGBT-Personen. Sie können auch Gewalt in der Partnerschaft erleben, aber infolge der Stigmatisierung haben sie weniger Schutzmöglichkeiten als heterosexuelle Personen. Zudem hat die Corona-Virus-Pandemie einen negativen Einfluss auf LGBT-Flüchtlinge ausgeübt: wegen dem weltweiten Lockdown existiert das Asylrecht nicht mehr, Grenze und Büros sind geschlossen, bürokratische Prozesse sind gestoppt und LGBT-Flüchtlinge haben keine Möglichkeit, Asyl in einem anderen Land zu bekommen.

Was nun?

Es gibt noch kein Land, das eine komplette Gleichstellung der Geschlechter erreicht hat. Dafür, u.a. für die Gleichheit der Entlohnung, braucht man noch etwa 200 Jahre.

Jetzt ist Russland Nr. 81 in der Liste vom Global Gender Gap Report, aber die Corona-Virus-Pandemie und die dadurch hervorgerufene soziale und wirtschaftliche Krise können sogar diese Position gefährden. Besonders besorgniserregend ist die Situation der Rechte von Frauen auf physische und sexuelle Gesundheit (erschwerter Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen und häusliche Gewalt) und mit ihrer ökonomischen Lage.

Die UN hat konkrete Maßnahme angeboten, um die Rückfälle in der Sphäre der Frauenrechte zu vermeiden und um die Lebensqualität der Frauen wesentlich zu verbessern. U.a. empfehlen die UN-Expert/innen Frauenhäuser zu lebenswichtigen Organisationen zu zählen, ihre Anzahl durch die Benutzung von Hotels und Bildungseinrichtungen zu vermehren, Unternehmerinnen zu unterstützen, Frauen an Entscheidungsprozessen zu beteiligen und geschlechterdifferenzierte Daten zu erfassen.

Die UN hat auch Männer ermahnt, an Haushaltsarbeit zusammen mit Frauen teilzunehmen, und hat den Hashtag #HeForSheAtHome erstellt um Männern zu ermutigen, ihre Erfahrung in Hausarbeit mitzuteilen.

Aber die wichtigste Maßnahme zur Bekämpfung von Ungleichheiten zwischen Männern und Frauen kann die Wiederaufnahme der Arbeit am Gesetzentwurf zur Prävention häuslicher Gewalt werden. Es wird erwartet, dass die neue Version des Gesetzentwurfs in der aktuellen Tagung der Staatsduma beraten wird.

Redakteurin: Natalja Sajzewa