„Cinema verité – 2014: Dokumentarfilm in einem Jahr des Umbruchs“

Als wir unser Projekt cinema verité nannten, ahnten wir noch nicht, wie bald eben dieses verité (Wahrheit wenigstens im Kino) in Russland nötig sein würde. In diesem Jahr war die Wahrheit kaum einzufangen; sie war nicht aus dem Strom der Ereignisse zu destillieren. Die russische Realität hat sich so schnell verändert (und davon hatten wir uns bereits entwöhnt), dass uns keine Zeit für Verinnerlichung und Überdenken blieb. Unter diesen Bedingungen fiel die gesellschaftliche Reaktion hysterisch aus. Die Stimmung war unvorhersehbar.

Filme sind jedoch in der Lage, diese Hysterie und die Ereignisse selbst festzuhalten. Nach und nach entstand aus unseren frischgeschnittenen Dokumentarfilmen zu den Themen Olympia, ukrainischer Maidan, LGBT-Jugendliche oder Moskauer Migranten eine Art Notiz- und Tagebuch. Es erzählt die Geschichte von einem der möglicherweise brisantesten Jahre dieser Dekade für Russland und Europa.

Die Idee dieses schmalen Sammelbandes ist in gewisser Weise der Versuch, das angelegte Tagebuch mitsamt seiner Randnotizen und seiner Filme sowie schlicht die Wahrheit Revue passieren zu lassen.

Der Sammelband besteht aus zwei Teilen: Themen und Methoden. Im ersten Teil behandeln JournalistInnen, PolitikwissenschaftlerInnen und AktivistInnen jene Prozesse, die uns alle bewegten und die in diesem Jahr von den DokumentalistInnen festgehalten werden konnten. Im zweiten Teil, in dem es um die Methoden geht, berichten die herausragenden russischen Doku-RegisseurInnen in Monologen von ihren Arbeitsweisen und Verfahren im Umgang mit der Realität.

Bei der Besprechung des Thementeils nahmen Andrej Archangelsky, Arkady Babtschenko, Alexander Baunow, Ilya Budraitskis, Boris Grosowsky, Anton Dolin, Alexei Levinson, Nadja Plungjan, Kirill Rogow, Kirill Sabir teil. Schriftlich widmeten sich dem Methodenteil: Witaliy Manskiy, Sergey Dworzewoj, Marina Rasbezkina, Alena Polunina, Alexander Rastorguew, Alischer Chamichodzaew.

An der Entstehung des Buches arbeiteten mit: Wasiliy Korezkiy, Alexei Artamonow, Elena Ratschewa, Natalja Zotova, Uljana Antipova, Daria Woinowa, Irina Timascheva und Ideegeber und Redakteur Michail Ratgauz.

Herunterladen können Sie das E-Book auf der Website Colta.ru in drei verschiedenen Formaten. Hier der Link: http://www.colta.ru/articles/society/5754

Wir wünschen eine angenehme Lektüre!

Produktdetails
Veröffentlichungsdatum
2014
Herausgeber
Colta.ru und Heinrich Böll Stiftung
Seitenzahl
90
Lizenz
All rights reserved.
Sprache der Publikation
russisch