Präsentation des Buches „Delaj sam/a (Mach es selbst): Erfahrungen mit Grassroots-Initiativen“ in Moskau

Buchvorstellung

Am 21. März 2018 fand in der Dostojewskij-Bibliothek in Moskau eine Diskussion zum Thema „Wofür machen wir es selbst?“ statt, anlässlich der Veröffentlichung des Buches „Delaj sam/a (Mach es selbst): Erfahrungen mit Grassroots-Initiativen“, sowie der Fertigstellung einer Studie von DK [Delaj Kulturu] (Mach Kultur) zum Thema „Das Leben und Sterben unabhängiger Kulturräume in Russland“. 

Vier Redner/innen und eine Moderatorin sprechen vor dem Publikum
Teaser Bild Untertitel
Präsentation und Diskussion in Dostojewskij-Bibliothek

Sowohl die Hauptcharaktere des Buches und der Studie, als auch die Vertreter/innen neuer Initiativen, die in diesen Werken nicht beleuchtet wurden, derzeit aber aktiv tätig sind, nahmen an der Diskussion teil. Im Rahmen der Veranstaltung wurde besprochen, wie die Grassroots-Aktivitäten entstehen und welche Strategien und Taktiken der Zivilgesellschaftsentwicklung im russischen Kontext vorhanden sind. Die Präsentationen fanden auch in Perm und in Sankt-Petersburg statt. Weitere Diskussionen werden auch in Iwanowo und Kasan durchgeführt.

Das Buch „Delaj sam/a“ (Mach es selbst) erzählt von Erfahrungen mit Grassroots-Initiativen in Russland und im postsowjetischen Raum von 2010 bis 2015. Diese lebhafte Geschichtensammlung spiegelt die realen Erfahrungen der Menschen wider, die bereit waren, die Verantwortlichkeit für ihre Städte und Gemeinschaften zu übernehmen, um das Leben dort besser zu machen. Die Autor/innen des Buches sind selbst die Initiator/innen und Betreuer/innen zivilgesellschaftlicher Projekte, die dadurch gekennzeichnet sind, dass sie keine Hierarchie akzeptieren und nach Selbstorganisierung streben. Das ist ihr Grundprinzip. Jedes Kapitel beinhaltet Projektbeschreibungen und Interviews mit den Autor/innen. Das Buch wäre nicht nur für erfahrene Aktivist/innen von Interesse, sondern auch für diejenigen, die gerade erst mit einem Projekt anfangen oder sogar nur planen, ihre eigene Idee umzusetzen, sowie für alle, die daran interessiert sind, wie die Gesellschaft funktioniert.

Die Studie „Das Leben und Sterben unabhängiger Kulturräume in Russland“ setzt das Thema des Buches fort und dokumentiert die Erfahrungen mit der Eröffnung von acht Kulturräumen in verschiedenen Städten Russlands. Das sind die Experimentierplattform „Taiga“ in Sankt-Petersburg, die Kultur- und Gemeindezentrum TEXTIL in Jaroslawl, das zeitgenössische Kulturzentrum „Smena“ in Kazan, das Kulturzentrum „Delaj sam/a“ in Moskau, die Plattform „Art-Worota“ in Kaliningrad, die zeitgenössische Kunstlabor „Dom Grustschika“ in Perm, das Art-Zentrum „MAKARONKA“ in Rostow am Don und die Art-Plattform „Station“ in Kostroma.

Genau wie Projekte aus dem Buch „Delaj sam/a“, vereint all diese Räume das gleiche Organisationsprinzip. Sie alle wurden von unten organisiert, d.h. auf Initiative einzelner Menschen, für die es wichtig war, neue Möglichkeiten für eine alternative Stadtkultur zu schaffen. Die Studie erzählt, wie diese Initiativen entstanden, welche Strategien zur ihren Aufrechterhaltung benutzt wurden, wie die Veranstalter/innen ähnliche Probleme lösten und welche Erfahrungen für alle Aktivist/innen nützlich sein könnten.

Die Autor/innen der Studie behaupten, dass „eine der Schlussfolgerungen, zu denen wir gekommen sind, lautet: die Nachhaltigkeit in Bezug auf unabhängige Initiativen in Russland ist sehr flexibel. Darunter versteht man, dass wir immer bereit sein müssen, dass die Plattform am nächsten Tag aus verschiedenen Gründen geschlossen werden soll. Und das bedeutet nicht, dass die Arbeit zu Ende kommen muss, sondern, umgekehrt, – dass man jetzt neue Wege finden kann, um die alternative Stadtkultur weiter zu entwickeln“.

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